Ortsmuseum Bülach

 

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Zwingli reformiert - Bülach zieht mit

zwingli

 

 

Vor 500 Jahren am 1. Januar 1519 begann mit der Ankunft Zwinglis in Zürich die Reformation in Zürich. Diesem Anlass haben wir unsere neuste Wechselausstellung gewidmet, immer auch mit dem Fokus auf Bülach.

Zwinglis Mitstreiter und Freund, Hans Haller, wirkte in Bülach und liess sogar, wie Zwingli, 1531 sein Leben auf dem Schlachtfeld von Kappel. Hans Haller ist es zu verdanken, dass die Reformation in Bülach schnell Fuss fasste. Nicht nur Zwingli, auch seine Mitstreiter in der Kirche und die politischen Führer in der Eidgenossenschaft und im nahen Ausland werden in der Ausstellung vorgestellt.

Neue Gesetze, Traditionen und Entwicklungen brachten die Eidgenossenschaft im beginnenden 16. Jahrhundert vorwärts, ohne die die Schweiz nicht das wäre, was sie heute ist. Es gab aber auch Rückschläge und Probleme, so z.Bsp. der Abendmahls-Streit zwischen Luther und Zwingli, der erst im 20. Jahrhundert bei Basel mit der Leuenberger Konkordie friedlich beigelegt wurde.

Auch dem Söldnerwesen wird ein Teil der Ausstellung gewidmet sein. Dass viele junge Eidgenossen für fremde Herren in den Krieg zogen, brachte Trauer und Leid in die Familien, aber auch sehr viel Geld und noch mehr Probleme. Dem Söldnerwesen war es teilweise geschuldet, dass sich Reformierte und Altgläubige in den Haaren lagen. Wen sollten sie unterstützen? Den Papst, den deutschen Kaiser oder die Franzosen? Auch diese Problematik konnte erst im 19. Jahrhundert mit der Gründung der Eidgenossenschaft als Bundesstaat endgültig gelöst werden.

Die Reformation hätte nicht stattfinden können, wäre nicht einige Jahre zuvor der Buchdruck in eine entscheidende Entwicklungsphase getreten. Auf dieses Thema und auf die Druckerzeugnisse aus der Zeit der Reformation wird in der Ausstellung mit interessanten Objekten eingegangen und voraussichtlich wird nach den Sommerferien die Gilde Gutenberg aus Maur für einige Tage nach Bülach kommen. Besucher können dann auf einer nachgebildeten Gutenberg-Druckerpresse ein eigenes Dokument selber drucken und es wird klar, welche ungeheure Meisterleistung der Buchdruckerkunst die 1531 herausgebrachte Zürcher Bibel war, von Zwingli und seinen Helfern übersetzt und bei Froschauer in Zürich in höchster Qualität gedruckt.

Zudem zeigen wir zum ersten Mal ein Trauergedicht des jungen Konrad Gessner auf Zwinglis Tod, das noch nie öffentlich gezeigt wurde und in Bülach im Rahmen einer Masterarbeit an der Universität Zürich erstmals ins Deutsche übersetzt wurde.

 

Pressebericht im Züricher Unterländer vom 6. Mai 2019 

Finissage: 22. Dezember 2019, 10 – 12 Uhr

Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag, 10 – 12 Uhr, Führungen auf Anfrage